Immer mehr Aufwand und Bürokratie für Weidetierhalter

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. hat die vom sachsen-anhaltischen Landwirtschaftsministerium veröffentlichten neuen Förderrichtlinien zum Schutz von Weidetieren wie Schafen oder Rindern vor dem Wolf mit deutlichen Worten kritisiert.

Die Neuregelungen würden laut Bauernverband „noch mehr Bürokratie und persönlichen Aufwand“ für die Weidetierhalter bedeuten, aber nicht zu weniger Wolfsrissen führen. Hintergrund der steigenden Zahl getöteter Tiere sei „mangelndes Handeln bei zuständigen Institutionen“, so der Bauernverband.


Dazu der landwirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, MdL Hannes Loth:

„Mit Veröffentlichung der neuen Fördermodalitäten für den Herdenschutz zeigt das grün geführte Landwirtschafts
ministerium wieder einmal, dass Ministerin #Dalbert der Wolf ideologisch nähersteht als der Schäfer. Die #AfD im Landtag konnte sich, trotz Oppositionsrolle, dafür stark machen, dass die Deichbewirtschaftung auf 450 Euro erhöht wurde und das eine Weidetierprämie von der Ministerin eingeführt werden muss. Leider weigert sich die Ministerin bis heute, den vom Landtag beschlossenen Antrag umzusetzen. Daher ist das Verhalten der Ministerin nur folgerichtig, wenn diese weiterhin kein Interesse für die Menschen im ländlichen Raum zeigt, sondern nur ihre grün-ideologischen Projekte durchsetzt – gegen die Empfehlungen und Ratschläge der Akteure im ländlichen Raum. Nur mit der AfD gibt es eine Politik für die Landwirtschaft und für den ländlichen Raum!“

Kritik an neuen Förderrichtlinien

Wolfschutz kommt nicht an …

Pressemitteilung vom 04.04.2018

… und kam offenbar auch nie an. Denn frühzeitig war abzusehen, dass die Maßnahmen des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) zum Thema Wolf, unter der Losung „Beraten, Schützen und Entschädigen“, völlig am Ziel vorbeilaufen.

Die Ursachen dafür liegen auf der Hand. Erst nachdem der Wolf merklich präsenter wurde und immer wieder Schafe, Ziegen, Kälber und Gehegewild erbeutet werden, bewegte sich die Regierung. Nach jahrelanger Verzögerungstaktik wurde vom MULE die „Leitlinie Wolf“ erstellt, die zum Beispiel für die ausführende Polizei nicht verständlich war und durch einen zusätzlichen Erlass des Innenministeriums erklärt werden musste. Selbst, um zu definieren, was nun tatsächlich ein „Problemwolf“ ist, muss auf Sekundärliteratur zurückgegriffen werden. Auch das in Iden hastig aus dem Boden gestampfte „Wolfskompetenzzentrum“ führte zu keiner Verbesserung der Lage. Nach wie vor können auch die neuen Wolfsexperten nicht abschließend klären, ob ein Wolf als Verursacher für ein getötetes Nutztier in Frage kommt oder nicht. Der Tierhalter bleibt somit im Zweifelsfall auf seinen Schaden sitzen. Der Herdenschutz gestaltet sich zu einem sportlichen Wettkampf zwischen Wolf und Kompetenzzentrum, in dem der Wolf es immer einen „Schritt weit höher über den Zaun schafft“. Letztlich kam dann noch schnell die Richtlinie zur „Förderung von Herdenschutzhunden“, allerdings nur für zwei ausgewählte Hunderassen. Der laufende Unterhalt, die Ausbildung und das Gnadenbrot der Hütehunde verbleiben aber als Zusatzkosten weiterhin beim Schäfer.

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt, Hannes Loth, sagte heute dazu: „Der Wolf ist da, er wird wieder gefürchtet wie im Mittelalter und der Ruf nach Regulierung wird immer lauter. Der Unmut ist mittlerweile so groß, dass der Wolf bereits als Symbol fungiert, für eine völlig verfehlte und in dieser Form nicht akzeptable Artenschutzpolitik, die an der Bevölkerung dogmatisch vorbei reglementiert. Im Fall der Wiederansiedlung des Wolfes hat die Regierung 20 Jahre lang ein ökologisches Freilandexperiment nicht als Projektleiter, sondern als Zuschauer betrieben und dabei weder in Fachleute noch in Konzepte investieren wollen. Wertvolle Zeit zum Sammeln von Erkenntnissen wurde vertan, weil es einfacher war, sich hinter der EU-Artenschutzgesetzgebung zu verstecken und nach Berlin und Brüssel zu zeigen.“

„Der Wunsch von Umweltministerin Prof. Claudia Dalbert, dass ‚wir lernen müssen, mit dem Wolf in der Kulturlandschaft zusammenzuleben‘, wird sich so nicht erfüllen“, fügte die umweltpolitische Sprecherin, Lydia Funke, hinzu. „Der Schaden im gescheiterten und ministeriell verordneten Zusammenleben scheint bis auf weiteres nicht reparierbar. Betroffen sind vor allem unsere Weidetierhalter, aber auch die mehr als verunsicherte Bevölkerung und natürlich der Wolf“, führte sie aus.

Der Abgeordnete Hannes Loth wird heute Nachmittag am MZ-Forum zum Wolf in Wittenberg teilnehmen.

Schäfer helfen, Schafe schützen

Schon auf der Mitgliederversammlung des Kontroll- und Beratungsrings der Lämmermäster am 20.09.2017 in Ermsleben berichteten die Teilnehmer über die Lage der Lämmermäster in Sachsen-Anhalt. Die Schafhaltung in Sachsen-Anhalt befindet sich in einer tiefen Krise! Zwar sind die Lebendmassepreise im Vergleich zum Vorjahr auf 2,41 € gestiegen, das reicht jedoch bei weitem nicht, um einen auskömmlichen Betrieb zu führen. Der Gewinn eines Betriebes beträgt im Schnitt in Sachsen-Anhalt 21.000 €, allerdings ohne den Schäfer selber zu entlohnen. Hinzu kommt der Wolfsschutz, welcher die Kassen weiter mit bis zu 8.500 € belasten wird: durch die Anschaffung von Schutz- und Hütehunden sowie von Zäunen und deren Unterhaltung. Da die Tiere nicht mehr unbeaufsichtigt gelassen werde können, da der Wolf jetzt überall Präsenz zeigt, ist eine herkömmliche Haltung nicht mehr möglich. Welcher Betriebsleiter geht mit 1.000,00 € monatlich nach Hause?

Das grüne Landwirtschaftsministerium muss nun endlich handeln und meine Empfehlungen umsetzten.

1. Abschaffen der 15.000 € Fördermittelobergrenze

2. Förderung aller geeigneten Herdenschutzhunderassen

3. eine an Bedarf und Aufwand angepasste Förderung der Schutznetze und -zäune

 4. Änderung der Regeln zur Vermarktung und Behandlung der Wolle der Schafe auf EU Ebene,     

     um Deutsche Schafswolle wieder zu nutzen

5. Anheben der Beihilfen je Mutterschaf von 270 €/ha auf mindestens 450 €/ha

6. Sofortige und deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten von Entschädigungsleistungen

und letztlich

7. Ausdehnung der Schutzförderzone auf ganz Sachsen-Anhalt.